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Bleibt auf dem Laufenden mit News rund um Hessen Ideen,
das hessische und bundesweite Startup-Ökosystem.

Hessen Ideen Wettbewerb: Interview mit MindShift

MindShift hat den ersten Platz beim Hessen Ideen Wettbewerb 2025 gewonnen! Im Interview berichtet das Team über seine Erfahrungen beim Hessen Ideen Wettbewerb.

Was ist eure Idee und wie setzt sich euer Team zusammen?
Unsere Idee heißt MindShift – die neue Definition der psychischen Gesundheitsversorgung. Wir entwickeln eine Firmware, die durch gezielte Neurostimulation die Informationsverarbeitung im Gehirn beeinflusst, um negative kognitive Verzerrungen bei Depression zu erkennen und aktiv zu verändern. Ziel ist es, emotionale Wahrnehmungsprozesse so zu modulieren, dass Menschen mit depressiven Symptomen wieder ein ausgewogeneres, positiveres Erleben entwickeln können.
Unsere Wahrnehmung ist keine objektive Realität, sondern ein Konstrukt des Gehirns – geprägt durch Erfahrungen, Erwartungen und Emotionen.  
Genau hier setzt MindShift an: Durch eine intelligente Software, die handelsübliche Neurostimulationsgeräte (wie tVNS, TMS oder tACS) gezielt steuert und mit neurowissenschaftlicher Bildgebung abgleicht, können wir neuronale Aktivitätsmuster so verändern, dass emotionale Balance und kognitive Flexibilität wiederhergestellt werden – wissenschaftlich fundiert und KI-gestützt.
Unser interdisziplinäres Team vereint Expert:innen aus Medizin, Psychologie, Neurowissenschaften und Künstlicher Intelligenz.  
Gemeinsam arbeiten wir daran, neueste Erkenntnisse aus der Hirnforschung in klinisch wirksame und technologisch zugängliche Lösungen für die Behandlung von Depression zu übersetzen.

Wie hat euch eure Hochschule bei eurer Gründung unterstützt?
Die Philipps-Universität Marburg, insbesondere die Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, ist für uns die entscheidende Basis.  
Dort können wir unsere wissenschaftlichen Konzepte praktisch umsetzen und testen – in einem Umfeld, das wissenschaftliche Exzellenz und wissenschaftliche Freiheit ideal verbindet. Als Teil der AG Prof.  
Hamidreza Jamalabadi wurden und werden wir vor allem durch Prof.  
Andreas Jansen und Prof. Tilo Kircher unterstützt. Darüber hinaus hat uns auch die wertvolle Zusammenarbeit mit Dr. med. Felix Bernhard ermöglicht, unsere Forschungsideen in ein anwendungsnahes Konzept zu überführen. Auch das MAFEX-Team, insbesondere Julian Winter und Vanessa Kuhl, haben uns mit ihrer Expertise in Gründungsberatung, Vernetzung und Fördermöglichkeiten enorm weitergebracht.

Welchen Mehrwert habt ihr aus dem Wettbewerb mitgenommen?
Der Hessen Ideen Wettbewerb war für uns eine großartige Chance, unsere Vision sichtbar zu machen. Der wichtigste Gewinn war ganz klar die erhöhte Sichtbarkeit unseres Teams und unserer Idee – sie hat viele Türen geöffnet, neue Kontakte ermöglicht und uns auf die nächste Entwicklungsstufe gebracht.
Darüber hinaus haben wir wertvolles Feedback und inspirierende Impulse aus der Community erhalten. Der Austausch mit anderen Gründer:innen und Unterstützer:innen hat uns nicht nur motiviert, sondern auch gezeigt, dass die Verbindung von Wissenschaft und Unternehmertum enormes Potenzial hat, echten gesellschaftlichen Mehrwert zu schaffen.

Wie geht es jetzt für euch weiter?
Aktuell haben wir die Förderzusage über knapp 870.000,00 Euro im Rahmen des Distral-Programms des Landes Hessen erhalten, um unsere Technologie wissenschaftlich zu validieren. In dieser Validierungsphase testen wir unsere Firmware und die zugrunde liegenden KI-Modelle mit klinischen Partnern und Nutzern, um Wirksamkeit und Sicherheit nachzuweisen.
Nach einer erfolgreichen Validierung werden wir MindShift als Unternehmen gründen – die Vorbereitungen dafür laufen bereits. Wir stehen bereits in Gesprächen mit Investor:innen, und die Aussichten sind äußerst positiv. Unser Ziel ist es, eine wissenschaftlich fundierte, KI-gestützte Neurotechnologie für mentale Gesundheit auf den Markt zu bringen – zugänglich, sicher und wirksam.

Welchen Tipp könnt ihr Gründer:innen an die Hand geben?
Das Wichtigste zuerst: Es sind Konsistenz und harte Arbeit, die sich am Ende auszahlen.
Man muss der strengste Kritiker der eigenen Arbeit sein, Probleme konsequent in den Mittelpunkt stellen und Lösungen entwickeln, die Menschen wirklich brauchen. Dabei ist es unvermeidlich, zu scheitern – aber genau das ist Teil des Prozesses: Scheitern, lernen, weitermachen.
Ebenso entscheidend ist: Man darf es nicht allein versuchen. Eine gute Idee braucht das richtige Team, und jedes starke Team braucht Unterstützung durch Menschen mit Erfahrung. Deshalb unser zentraler
Rat: Netzwerken, Netzwerken, Netzwerken! Erfolg entsteht an der Schnittstelle von Durchhaltevermögen, Zusammenarbeit und der Bereitschaft, ständig weiterzulernen.

 

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