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Hessen Ideen Wettbewerb: Interview mit BMDNow

"Unser Ziel ist es, Osteoporose und deren Vorstufen frühzeitig zu erkennen, ganz ohne zusätzliche Untersuchungen oder Arztbesuche.", so BMDNow. Das Team erreichte mit seiner softwarebasierten Lösung den zweiten Platz beim Hessen Ideen Wettbewerb 2025!

Ihr habt 2025 am Hessen Ideen Wettbewerb teilgenommen und den 2. Platz belegt. Was ist eure Idee und wie setzt sich euer Team zusammen?
Mit BMDNow entwickeln wir eine Software, die bereits vorhandene Computertomographie-Untersuchungen automatisch auswertet und daraus die Knochendichte berechnet. Unser Ziel ist es, Osteoporose und deren Vorstufen frühzeitig zu erkennen, ganz ohne zusätzliche Untersuchungen oder Arztbesuche. Auf diese Weise können wir helfen, osteoporosebedingte Frakturen zu vermeiden und einen Beitrag zur Prävention auf Bevölkerungsebene leisten.

Unser Team ist ein Verbundprojekt: Die Entwicklung erfolgt gemeinsam mit der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Frankfurt, dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung und dem IT-Unternehmen Garritz International. Diese enge Zusammenarbeit ermöglicht es uns, modernste Methoden der Bildanalyse unter realistischen Bedingungen zu entwickeln, zu validieren und in eine praxisnahe, leicht integrierbare Benutzeroberfläche zu überführen.

Wie hat euch eure Hochschule bei eurer Gründung unterstützt?
Tatsächlich haben wir mit der Arbeit an BMDNow im Rahmen eines Forschungsprojektes begonnen und hatten nicht vor, uns damit auf Preise zu bewerben oder gar das Unternehmen auszugründen. Erst die Innovectis GmbH, die Verwertungsgesellschaft der Goethe-Universität, hat uns auf das Marktpotenzial unserer Lösung aufmerksam gemacht und zur Teilnahme am Innovationspreis der Goethe-Universität ermutigt. Mit dem ersten Platz, den wir dort gewonnen haben, und der damit einhergehenden Aufmerksamkeit durch Investoren und Medien und kurz darauf auch der Nominierung für den Hessen-Ideen-Wettbewerb hat das Ganze dann natürlich ziemlich Fahrt aufgenommen. Von der Innovectis und dem Unibator der Goethe-Universität wurden wir seither entlang des gesamten Weges recht intensiv mit „Crashkursen“ zu Start-up-Strukturen, IP- und Förderberatung sowie vor allem auch wichtigen Kontakten zu Fachmentoren und potenziellen Co-Foundern unterstützt. 

Welchen Mehrwert habt ihr aus dem Wettbewerb mitgenommen?
Der Wettbewerb bietet eine wertvolle Plattform, um unser doch sehr medizinisch-technisches Projekt außerhalb der Fachcommunity zu präsentieren und Feedback von Investoren, Juroren und anderen Gründern zu erhalten. Die hier geknüpften Kontakte und Einblicke in die ganze Start-up-Welt sind für unser Projektteam unglaublich wertvoll und haben insbesondere auch ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass die Projektarbeit nur ein kleiner Teil von einem erfolgreichen Start-Up ist. Nicht zuletzt hilft uns das Preisgeld, neue IT-Hardware anzuschaffen, die wir für unsere Arbeit dringend benötigen.

Wie geht es jetzt für euch weiter?
Derzeit finalisieren und validieren wir unseren Softwareprototypen. Da wir eine Zulassung als Medizinprodukt anstreben, ist der Aufwand deutlich größer, als man zu Beginn eines Forschungsprojekts erwarten würde: Aufbau eines Qualitätsmanagement-Systems, technische Dokumentation, Validierung einzelner Softwarekomponenten, und parallel dazu die wirtschaftliche Planung, Förderanträge und Teamstrukturierung. Das ist ziemlich intensiv, aber es ist auch schön zu sehen, wie aus Forschung allmählich ein marktfähiges Produkt wird.

Welchen Tipp könnt ihr Gründer:innen an die Hand geben?
Eine gute Idee oder ein gutes Projekt sind ein Start, reichen aber nicht. Erst das Verständnis für den Markt macht daraus ein tragfähiges Unternehmen. Wer gründen will, sollte früh prüfen, ob sein Produkt überhaupt ein relevantes Problem löst, ob jemand bereit ist, dafür zu zahlen und was nötig ist, um das Produkt vertreiben zu können. Universitäten bieten heute exzellente Netzwerke und erfahrene Mentoren – man sollte diese Ressourcen unbedingt nutzen. Für uns war es zum Teil ernüchtern, aber auch sehr hilfreich, früh mit Ärzten, Patienten und Regulierungsbehörden zu sprechen und die technische Entwicklung dann frühzeitig an deren Anforderungen auszurichten.

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