Teamname: OptiMigration
Hochschule: Technische Universität Darmstadt
Teammitglieder: Gustavo Campa V. & Ines dos Santos T.
Webseite: optimigration.com/de/
Was ist eure Idee und wie ist eure Idee entstanden?
Deutschland benötigt jährlich 400.000 Fachkräfte, doch die Verwaltung ist oft überlastet – ein Nadelöhr für unsere wirtschaftliche Zukunft. OptiMigration löst dieses Problem
systemisch: Wir haben ein KI-gestütztes Ökosystem entwickelt, das Einwanderungsprozesse nicht nur digitalisiert, sondern durch intelligente Vorprüfung und Assistenzsysteme Behörden um bis zu 80 % entlastet. Die Idee entstand aus der Kombination unserer persönlichen und professionellen Hintergründe: Gustavo erlebte als Ingenieur selbst die bürokratischen Hürden, während Ines als Expertin für Migrationsrecht täglich sah, wie komplexe Verfahren Talente ausbremsten. Unser Ansatz verbindet diese Perspektiven mit dem Anspruch auf digitale Souveränität und Datensicherheit für den öffentlichen Sektor.
Ihr habt 2025 ein Hessen Ideen Stipendium erhalten – von welchen Mehrwerten habt ihr am meisten profitiert?
Der größte Wert lag in der strategischen Vernetzung und der Glaubwürdigkeit, die das Stipendium vermittelt. Für ein B2G-Startup (Business to Government) ist Vertrauen die
wichtigste Währung. Das Stipendium gab uns zudem den Raum, uns voll auf die komplexe Vorbereitung unserer Pilotprojekte zu konzentrieren.
Was hat sich durch die Teilnahme am Stipendium für euch verändert?
Wir haben den Schritt vom Projekt zum professionellen Partner für Institutionen vollzogen. Das Stipendium hat uns ermöglicht, unsere Strukturen zu professionalisieren und Kooperationen auf Augenhöhe anzubahnen. Wir werden heute nicht mehr nur als „Ideengeber“ wahrgenommen, sondern als ernstzunehmender Akteur an der Schnittstelle von Verwaltungsinnovation und Fachkräftesicherung.
Welche Herausforderungen habt ihr während eurer Gründungsreise bisher erlebt und wie habt ihr diese überwunden?
Die größte Herausforderung ist die Komplexität öffentlicher Vergabeverfahren und die hohen Sicherheitsanforderungen. Anders als im reinen Konsumentenmarkt reicht hier keine schnelle Beta-Version. Wir haben diese Hürde durch Kooperation statt Konfrontation überwunden: In Workshops mit der Ausländerbehörde Darmstadt und der TU Darmstadt haben wir unsere Lösung direkt am Bedarf der Sachbearbeitenden entwickelt. Dieser praxisnahe Ansatz schafft das nötige Vertrauen für die Implementierung.
Welche Meilensteine habt ihr bereits erreicht?
Technologisch haben wir unser MVP entwickelt, das bereits einen digitalen Antragsprozess und eine erste KI-gestützte Dokumentenprüfung umfasst. Strategisch war die Sicherung der LOI unseres Pilotprojekts „NextGen-i“ mit der Stadt Darmstadt der wichtigste Erfolg. Damit können wir beweisen, dass unsere Lösung in der Praxis funktioniert und einen messbaren Mehrwert für den Standort Hessen liefert.
Wie geht es jetzt für euch weiter? / Welche Ziele habt ihr euch für 2026 gesetzt?
2026 steht im Zeichen der Markteinführung und Skalierung. Im ersten Quartal planen wir die Gründung der OptiMigration GmbH. Unser Fokus liegt darauf, die Pilotprojekte erfolgreich abzuschließen und die hohen Standards für BSI- und DSGVO-Zertifizierungen final zu implementieren. Ziel ist es, OptiMigration als Standardlösung für moderne, effiziente Ausländerbehörden in Hessen und darüber hinaus zu etablieren.
Welchen Tipp würdet ihr Gründungsinteressierten geben, die noch ganz am Anfang stehen?
Sucht den direkten Dialog mit euren Nutzern, und zwar allen Beteiligten. Wir haben unsere Lösung nicht im stillen Kämmerlein gebaut, sondern von Anfang an mit internationalen Studierenden und Behördenmitarbeitenden gesprochen. Diversität im Gründerteam ist dabei ein enormer Vorteil: Unsere unterschiedlichen Blickwinkel aus Technik, Recht und eigener Migrationserfahrung machen unser Produkt resilienter und besser.
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Hessen Ideen Stipendium: Interview mit OptiMigration