PlasmaPanel

Jährlich sterben über 33.000 Menschen in Europa an den Folgen einer Infektion mit multiresistenten Erregern (MRE). Vor allem in Krankenhäusern kommt es zum Kontakt mit diesen Keimen. Da nach MRE-Infektionen eine Antibiotikatherapie selten wirksam ist und Keime existieren, die mit herkömmlichen Sterilisationsmethoden nicht abgetötet werden können, bedarf es einer Revolution der Sterilisation im Gesundheitswesen.

Die Sterilisation mit physikalischen Plasmen stellt eine neuartige Lösung des genannten Problems dar. Ein physikalisches Plasma – nicht zu verwechseln mit dem biologischen Zellplasma oder Blutplasma – ist ein reaktionsfreudiges Gas, das durch Energiezufuhr in Luft erzeugt wird. Die Luftbestandteile werden hierbei angeregt und es entstehen reaktive Verbindungen.

PlasmaPanel hat eine Plasmaquelle entwickelt, welche gegenüber der langen Sterilisationsdauern herkömmlicher Methoden (45 Minuten bis 10 Stunden) eine schnelle Sterilisation (1 - 10 Minuten) bei Raumtemperatur ermöglicht. Die geringe Behandlungstemperatur ist vor allem bei der Entkeimung hitzeempfindlicher Materialien (bspw. Katheter oder Endoskope) vorteilhaft. Außerdem bietet der modulare Aufbau die Möglichkeit ein PlasmaPanel sowohl im Verbund zur großflächigen Sterilisation, als auch einzeln zur Handdesinfektion zu nutzen. Reizungen der Hände durch chemische Desinfektionsmittel werden dadurch nicht nur vermieden, physikalische Plasmen zeigten in klinischen Studien sogar wundheilungsfördernde Wirkung.

Auch in der Lebensmittelindustrie besteht großes Interesse an der Plasmasterilisation, da dadurch die Sicherheit und Haltbarkeit der Nahrungsmittel gesteigert wird. Dort können PlasmaPanels aufgrund ihrer Modularität in die Produktionskette integriert werden.

PlasmaPanel

Sandra Moritz, Alisa Schmidt, Jonathan Gail, Sandra Martens, Tobias Tschang

 

Universität Gießen

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